Zwei Minuten zu spät – und ein Törn mit Jörg und Heike

Mit dem Inselflieger nach Gran Canaria

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Für den 11. Juni 2023 war die nächste Verabredung auf der ME geplant: Unsere Freunde Jörg und Heike waren schon zwei Tage vorher nach Las Palmas geflogen und warteten an Bord auf uns. Gemeinsam wollten wir nach Teneriffa segeln. Unser Flug ab Köln sollte um 6:30 Uhr starten.

Zwei Minuten zu spät

Wir waren rechtzeitig am Flughafen, haben es uns in der Lounge gemütlich gemacht, gut gefrühstückt und uns noch ein Flugbier gegönnt. Auf den Bildschirmen stand bei unserem Flug noch kein Boarding – also noch ein Bierchen. Um zehn nach sechs meinten wir: Jetzt wird es aber langsam Zeit. Bis zum Gate waren es nur 200, 300 Meter. Und genau in dem Moment, als wir ankamen, wurde das Gate vor unserer Nase geschlossen. Alle Überredungskünste halfen nichts: „Zwei Minuten zu spät. Pech gehabt.“

Also wieder raus aus dem Sicherheitsbereich. Immerhin: Aus Kulanz verfiel unser Rückflug nicht. Und da standen wir nun, morgens um Viertel vor sieben in Köln – während unsere Freunde schon auf dem Boot saßen. Für zwei, die so viel fliegen wie wir, natürlich super peinlich.

Umweg über Lanzarote

Nach Gran Canaria ging an diesem Tag nichts mehr, alle Flüge waren ausgebucht. Dann kam uns die rettende Idee: Wir fliegen einfach auf eine andere Insel und von dort mit einem Inselflieger weiter. Also schnell einen Flug nach Lanzarote gebucht und unseren Freund, den Segellehrer Siggi, angerufen. Der war zufällig gerade in Deutschland – und flog am selben Tag nach Lanzarote, eine Stunde vor uns, ab Düsseldorf. Er holte uns am Flughafen ab, wir übernachteten bei ihm, und am nächsten Morgen brachte er uns wieder zum Flughafen. Mit einem Tag Verspätung kamen wir schließlich in Gran Canaria an.

Angekommen auf Lanzarote – mit Segellehrer Siggi
Angekommen auf Lanzarote – mit Segellehrer Siggi
Mit dem Inselflieger nach Gran Canaria
Mit dem Inselflieger nach Gran Canaria

Das Beste an der Geschichte: Wolfgang hatte sich vorgenommen, einmal nur mit Portemonnaie und Ausweis zu fliegen – ganz ohne Gepäck. Und ausgerechnet dieser Flug war es. Keine Zahnbürste, keine Wäsche, kein Shampoo, kein Deo … Viele andere Flüge sind längst in Vergessenheit geraten – von diesem erzählen wir heute noch.

Endlich an Bord

Als wir einen Tag später endlich ankamen, hatten Jörg und Heike schon mal für Getränke gesorgt – erstaunlicherweise nur Bier und eine einzige Flasche Wasser, liebevoll zu einem Türmchen gestapelt. Die Geschichte vom verpassten Flug wollten sie uns übrigens erst gar nicht glauben: Sie dachten, wir wollten sie veräppeln. Erst als sie sahen, dass wir die ganze Zeit online waren – also ganz offensichtlich nicht im Flieger saßen –, haben sie es uns irgendwann doch geglaubt.

Der Getränkevorrat von Jörg und Heike
Der Getränkevorrat von Jörg und Heike

Ab nach Teneriffa

Dann haben wir ziemlich zügig die Leinen losgemacht und sind Richtung Teneriffa gesegelt. In Santa Cruz haben wir festgemacht und von dort aus gemeinsam die Insel erkundet, bevor es nach ein paar Tagen zurück nach Gran Canaria ging.

Ein Highlight war ein kleines, buntes Restaurant mitten in den Bergen: die Casa Bibi y Mana in Taganana im Anaga-Gebirge. Eigentlich hatten wir dort nur angehalten, um mal kurz die Toilette zu benutzen – dann haben wir uns spontan entschieden, zu bleiben und zu essen. Es gab Schweinefilet, das beste, das wir jemals gegessen haben: riesige, köstliche Portionen und dazu unschlagbar günstig. Manchmal sind die ungeplanten Stopps eben die besten.

Die Mädels am Strand
Die Mädels am Strand
Traumhafter Ausblick
Traumhafter Ausblick
Casa Bibi y Mana in Taganana – mit dem besten Schweinefilet
Casa Bibi y Mana in Taganana – mit dem besten Schweinefilet
Wilde Küste
Wilde Küste
Kurioser Felsen am Meer
Kurioser Felsen am Meer
Kleiner Schrein am Wegesrand
Kleiner Schrein am Wegesrand
Sonnenuntergang in der Marina
Sonnenuntergang in der Marina
Bummel durch Santa Cruz
Bummel durch Santa Cruz
Abschied von Santa Cruz
Abschied von Santa Cruz

Die große Angel-Challenge

Unterwegs lieferten sich Jörg und Wolfgang eine Angel-Challenge: Wer fängt zuerst einen Fisch? Jeder hatte seine Angel an einer Kufe draußen – Wolfgang an Backbord, Jörg an Steuerbord –, und natürlich haben sich die beiden gegenseitig ordentlich angestachelt.

Als Wolfgang kurz auf der Toilette war, hatte Jörg eine teuflische Idee: Er wollte einen Weinkorken an Wolfgangs Haken hängen und dann sein dummes Gesicht sehen, wenn er die Angel einholt. Doch die beiden Mädels haben es ihm verboten. Eigentlich schade – Wolfgang hätte sein dummes Gesicht selbst gern gesehen!

Am Ende stand es unentschieden: Keiner von beiden hat auch nur einen einzigen Fisch gefangen. Steffi und Heike haben am Abend dann eine Dose Thunfisch aufgemacht – um den Herren mal zu zeigen, wie das mit dem Fischfangen geht.

Von Gran Canaria aus ging es dann für uns alle wieder nach Hause. Der nächste Törn führt uns zurück nach Teneriffa, nach La Gomera und nach La Palma – davon erzählen wir im nächsten Eintrag.