Nach unserer Zeit in Las Palmas ging es am 12. August 2023 wieder los – Richtung Teneriffa. Zuerst haben wir oben im Norden in „unserer“ einsamen Bucht geankert, und von dort ging es weiter runter nach Los Cristianos. Dort haben wir ein paar Tage vor den Stränden gelegen – einfach herrlich.
Frühstück mit Hindernissen
Nach vier, fünf Tagen, an denen wir nur geschwommen sind und an Bord gefaulenzt haben, hatten wir eine Idee: Wir nehmen das Schlauchboot und gehen an Land schön frühstücken. Die Bucht ist von Wellenbrechern eingefasst, in der Mitte gibt es eine Einfahrt – und wir haben uns entschieden, links an den Strand zu fahren. Natürlich hatten wir auch gleich unseren ganzen Müll von der letzten Woche dabei, schön in Tüten verpackt.
Etwa 100 Meter vor dem Strand kam dann plötzlich von hinten eine Welle. Den Motor hatte ich schon aus, das Schlauchboot wurde quergestellt – und wir haben uns überschlagen. Das Beiboot lag kopfüber, wir waren von oben bis unten klitschnass, und unser Müll war über den ganzen Strand verteilt. Der halbe Strand hat sich kaputtgelacht – wir waren das Gespött der Leute.
Aber die Leute waren auch unglaublich hilfsbereit: Alle haben mit angepackt, den Müll eingesammelt, das Schlauchboot wieder umgedreht und mit uns an Land gezogen. Wir haben uns an den Strandduschen abgeduscht und sind dann – immer noch patschnass – frühstücken gegangen. Übrigens eines der übelsten Frühstücke, die wir hier je hatten: trockenes Brot, ranzige Wurst – und das Ganze für teures Geld.
Rudern statt Motor
Der Rückweg war nicht besser. Immer wieder rollten Wellen heran, und es war richtig schwierig, durch die Brandung zu kommen. Als wir es endlich geschafft hatten, wollten wir den Außenborder starten – und stellten fest: Der hatte beim Überschlag Salzwasser geschluckt und sprang nicht mehr an.
Also habe ich gerudert. Steffi saß vorne und hat mir den Kurs angesagt. Nach einer guten halben, eher dreiviertel Stunde – bei über 30 Grad – schaue ich mich um und sehe: Wir sind an der ME längst vorbei. Steffi hatte mich zielsicher zu einem ganz anderen Katamaran gelotst. Als wir dann endlich wieder an Bord waren, war das für uns natürlich wieder ein Grund zu lachen – und zu feiern.
La Palma wird unser Heimathafen
Von Teneriffa aus ging es dann weiter nach La Palma, und La Palma sollte für die nächsten anderthalb Jahre unser Heimathafen werden. Weil wir in der Firma einige Dinge klären mussten, blieb die ME in dieser Zeit dort liegen und wurde so gut wie gar nicht bewegt – eigentlich eine Schande für so ein Boot.
Ein paar schöne Tage auf der Insel haben wir uns aber noch gegönnt: die Wanderung Marcos y Cordero im grünen Norden – durch Wassertunnel und an Wasserfällen vorbei – und einen traumhaften Sonnenuntergang oben am Roque de los Muchachos. Am 26. August ging es dann mit der Fähre von Fred. Olsen nach Teneriffa und von dort mit dem Flieger nach Hause.

Wir waren aber immer wieder vor Ort, haben jeweils eine Woche Urlaub gemacht und nach dem Rechten gesehen. Auch Freunde von uns waren öfter für ein, zwei Wochen an Bord, sodass eigentlich immer jemand da war. Und so ist auch diese Zeit vergangen – und natürlich gibt es auch aus dieser Zeit auf La Palma einige Geschichten zu erzählen. Aber das ist dann ein neues Kapitel …











